Sommer 1940: Frankreich ist besiegt, das Land geteilt – zwischen deutscher Besatzung im Norden und dem autoritären Vichy-Regime im Süden. Millionen Menschen erleben einen Alltag im Ausnahmezustand: zwischen Anpassung, Kontrolle und schleichender Gewalt. Jahrzehntelang wird verdrängt, wie tief Frankreich selbst in die Verfolgung und Entrechtung eingebunden war. Erst 1995 spricht Jacques Chirac offen von einer „unauslöschlichen Schuld“.
Gast:
Tatjana Tönsmeyer ist Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Bergischen Universität Wuppertal.
Zuletzt von ihr bei Beck erschienen: Unter deutscher Besatzung: Europa 1939-1945. (Link zum Online-Shop)
Außerdem im Podcast erwähnt: „Pariser Tagebuch 1942-1944“ von Hélène Berr – bei S. Fischer erschienen.
Themen dieser Folge:
- Sommer 1940: Die Spaltung Frankreichs in Besatzungszone und Vichy-Regime
- Juristische Ausgrenzung durch Vichy
- Unterschiede zur Besatzung in anderen Ländern
- Der Umgang mit dem Massaker von Oradour-sur-Glane
- Der französische Alltag unter deutscher Kontrolle – zwischen Unsicherheit, Anpassung und Ohnmacht
- Die Rolle französischer Behörden: Mitwirkung, Unterordnung oder Eigeninitiative?
- Mythos Résistance
- Erinnerungskultur: Was Chiracs Rede veränderte
- Die Herausforderung, Graubereiche zu erzählen: Opfer, Mitläufer, Täter
- Historische Verantwortung und nationale Erzählungen
Dieses Podcast-Projekt ist mit freundlicher Unterstützung des Deutsch-Französischen Bürgerfonds und vom Gustav-Stresemann-Institut in Bonn entstanden.
Moderation: Andreas Noll
(Episodenbild: Imago)
