Paris, Herbst 1940: Das Musée du Jeu de Paume wird zum Hauptquartier des NS-Kunstraubs. Unter den Augen deutscher Wachposten sortiert der „Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg“ geraubte Meisterwerke wie Waren.
Mitten in diesem System arbeitet Rose Valland – scheinbar unscheinbar, angeblich ohne Deutschkenntnisse. Doch sie versteht jedes Wort. Und sie beginnt, heimlich alles zu dokumentieren.
Diese Folge erzählt die Geschichte eines der größten Kunstraube der Geschichte – und einer Frau, die ihn aus nächster Nähe dokumentierte. Rose Valland arbeitete während der deutschen Besatzung im Pariser Jeu de Paume, dem zentralen Umschlagplatz für geraubte Kunst aus jüdischen Sammlungen und von Verfolgten.
Während NS-Funktionäre wie Hermann Göring hier ihre Beute auswählten, sammelte Valland heimlich Informationen über Werke, Transporte und Zielorte – und legte damit die Grundlage für die spätere Rückgabe tausender Kunstwerke. Ein Gespräch über Mut im Verborgenen, die Logik des Raubs – und warum Provenienzforschung bis heute nicht abgeschlossen ist.
In dieser Folge geht es um Mut ohne Pathos, um Erinnerung als Waffe – und um die Frage, warum Provenienzforschung auch 80 Jahre nach Kriegsende noch nicht abgeschlossen ist.
🎙 Gesprächspartnerin: Stéphanie Baumewerd, Kunsthistorikerin & Provenienzforscherin (Deutsches Zentrum Kulturgutverluste)
📍 Anlass: Ausstellung „Rose Valland – Auf der Suche nach enteigneter Kunst“ im Gustav-Stresemann-Institut Bonn (bis Ende April)
- Intro – Paris 1940: Das Jeu de Paume wird NS-Hauptquartier
- Teil 1: Die Unterschätzte – warum Valland „unsichtbar“ war
- Teil 2: Im Angesicht der Plünderer – Göring im Museum
- Teil 3: Das System des Raubes – Märtyrersaal & „entartete Kunst“
- Teil 4: Der Zug 40044 – Sabotage gegen den letzten Transport
- Teil 5: Capitaine Valland – Spurensuche in Deutschland
- Teil 6: Erbe & Gegenwart – Provenienzforschung heute
- Outro & Hinweis auf die Ausstellung in Bonn
Dieses Podcast-Projekt ist mit freundlicher Unterstützung des Deutsch-Französischen Bürgerfonds und der Gustav-Stresemann-Stiftung in Bonn entstanden.
Cover-Foto: Rose Valland nach dem Krieg1945 in Lindau am Bodensee, Foto: Thérèse Bonney, © The Regents of the University of California, The Bancroft Library, University of California, Berkeley. This work is made available under a Creative Commons Attribution 4.0 license, CC BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/))
