StartPodcastFolge 99 - "Plan Pinay-Rueff": De Gaulles Schocktherapie für Frankreich

Folge 99 – „Plan Pinay-Rueff“: De Gaulles Schocktherapie für Frankreich

1958 steht Frankreich am Abgrund: Inflation, Defizite, Kapitalflucht und kaum noch Devisenreserven. Mit de Gaulles Rückkehr kommt nicht nur eine neue Verfassung, sondern auch ein radikaler wirtschaftspolitischer Schnitt: der Plan Pinay–Rueff. Preise freigeben, Haushalt sanieren, Währung stabilisieren. Das geschieht nicht, um den Staat zu verkleinern, sondern um ihn wieder handlungsfähig zu machen. In Folge 99 sprechen wir mit dem Historiker Matthias Oppermann über den Status des Liberalismus in Frankreich, die Logik der „Schocktherapie“ von 1958 und darüber, warum ein neuer „Rueff-Moment“ heute so schwer vorstellbar ist.

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(Coverfoto von Jacques Rueff: Imago)

Frankreich, Ende der 1950er Jahre: Die Vierte Republik wirkt gelähmt, der Staat verliert Kontrolle über Haushalt und Währung. Charles de Gaulle schafft politische Autorität – und lässt ein Programm ausarbeiten, das bis heute als Zäsur gilt: Pinay–Rueff.

In dieser Folge:

  • Warum „Liberalismus“ in Frankreich historisch einen schlechten Ruf hat (Guizot, Konservatismus-Verdacht, Vichy-Diskreditierung)
  • Die wirtschaftliche Lage 1958: Defizite, Inflation, Kapitalflucht, Devisen nur noch für etwa einen Monat
  • Pinays „Vertrauenspolitik“ 1952 (Emprunt Pinay) vs. Rueffs harte Konsolidierung 1958
  • De Gaulle und die Autoritätsfrage: „Veteranen sind für Ehre da, nicht für Forderungen“
  • Der neue Franc (1:100) und die Logik von Stabilisierung + Abwertung/Anpassung
  • Warum der Plan überraschend schnell wirkt (Handelsbilanz, Wachstum, EWG/Marktöffnung)
  • Warum Rueff–Armand 1960 (Strukturreformen gegen Privilegien/„verkrustete Berufe“) in der Schublade landet
  • Blick auf heute (2026): Warum ein neuer „Rueff-Plan“ politisch fast unmöglich ist – fehlender „Retter-Nimbus“, Dreiteilung des Parteiensystems, Straße, Euro-Zwangsjacke

Gast: Matthias Oppermann (Leiter Abteilung Zeitgeschichte, Konrad-Adenauer-Stiftung; apl. Prof. für Neuere Geschichte, Universität Potsdam)

Host: Andreas Noll

Dieses Podcast-Projekt ist mit freundlicher Unterstützung des Deutsch-Französischen Bürgerfonds und der Gustav-Stresemann-Stiftung in Bonn entstanden.

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Anregungen und Kritik zur Podcast-Serie: podcast[at]franko-viel.de

📌 Franko-viel-Podcast live (Folge 100): 25. Februar 2026, im Gustav-Stresemann-Institut,

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