Nachdem Hitler im März 1939 sich auch noch die Rest-Tschechoslowakei einverleibte, setzten sich die Befürworter einer harten Gangart immer mehr durch. Noch im Jahre 1939 schloss Frankreich mit Polen einen Allianzvertrag ab. Als Hitler am 1. September 1939 die Wehrmacht in Polen einmarschieren ließ, erklärte Frankreich, das bereits den wenige Tage zuvor abgeschlossenen Hitler-Stalin-Pakt argwöhnisch beobachtete, am 3. September zusammen mit Großbritannien dem Deutschen Reich den Krieg. Der Abgabe der Kriegserklärung, weil sich die Pariser Regierung aufgrund Beistandsverpflichtung zu diesem Schritt verpflichtet fühlte, folgten jedoch keine kriegerischen Handlungen. Dass Polen durch diese Strategie seinem Schicksal überlassen wurde, hatte einen bestechenden Grund: Frankreich war genauso wie Großbritannien aufgrund der Appeasement- und Friedenspolitik der vergangenen Jahre im September 1939 nicht kriegsbereit. Die drole de guerre, so nannten die Franzosen den Kriegszustand ohne kriegerische Aktivitäten, dauerte über acht Monate. Bis zum Einmarsch der deutschen Truppen nach Belgien am 10. Mai 1940 blieb die französische Armee in der Defensive und beschränkte sich auf militärische Kräftedemonstrationen.
Überraschungsangriff
Bei ihrem Einmarsch konnten die deutschen Truppen die belgischen und später auch französischen Stellungen förmlich überrennen. Unterstützt wurden die vorrückenden Soldaten von der Luftwaffe und starken Panzerkorps. Bereits drei Tage nach Beginn des Feldzuges erreichten deutsche Soldaten die Maas und Sedan. Am 20. Mai rückten sie schließlich auch in Abbéville ein und erreichten damit die Kanalküste, zu der die alliierten Armeen geflüchtet waren. Da Hitler seinen Truppen den Befehl gab, anzuhalten, konnten sich die eingekesselten Truppen auf Schiffen von Dünkirchen aus nach England retten. Unter den 330.000 – 340.000 Soldaten, die das englische Ufer erreichten, waren auch ca. 130.00 Franzosen. Am 19. Mai war der glücklose französische Oberbefehlshaber M. Gamelin durch General M. Weygand ersetzt worden.
In der nun beginnenden zweiten Phase des Frankreich-Feldzuges nahmen die deutschen Truppen die Normandie und Reims. Wenig später war offensichtlich, dass auch die französische Hauptstadt nicht mehr lange gegen die deutschen Invasoren zu verteidigen war. Am 14. Juni 1940 marschierte die 18. Armee in das mittlerweile zur offenen Stadt erklärte Paris ein. Als das Panzerkorps Guderian nur zwei Tage später auch an der Grenze zur Schweiz stand, war die französische Armee endgültig besiegt.
Waffenstillstand
Die militärische Führung des Landes hielt den weiteren Kampf für aussichtslos, und so beauftragte Staatspräsident Lebrun nach dem Rücktritt des Ministerpräsidenten Reynaud den Marschall Pétain mit der Regierungsbildung. In Pétains Kabinett, das sich am 16. Juni 1940 formierte, trat auch der frühere Ministerpräsident Pierre Laval ein. Die neue Regierung war nun damit beauftragt, die Waffenstillstandsverhandlungen zu führen. Von wirklichen Verhandlungen kann indes gar keine Rede sein, da Hitler den Besiegten die Bedingungen mehr oder minder diktieren konnte. Bis zur Befreiung Frankreichs 1944 durch die Alliierten bildete dieses Vertragswerk die Grundlage für die politische und wirtschaftliche Entwicklung.
