Mit 66,6 Millionen Einwohnern (1. Januar 2016) liegt Frankreich in der Rangliste der bevölkerungsreichsten Länder der Erde auf Platz 21 – in der Europäischen Union liegt das Hexagon hinter Deutschland auf Platz zwei. Zu den 64,5 Millionen Einwohnern im Mutterland kommen mehr als zwei Millionen Einwohner der Überseegebiete.
Historische Entwicklung
Im Vergleich zu seinen Nachbarländern kann Frankreich auf eine besondere demographische Entwicklung zurückblicken. Als eines der ersten Länder der Welt verzeichnete es im 18. Jahrhundert einen bedeutenden Rückgang der Sterblichkeit und damit ein starkes Bevölkerungswachstum. Dieser Aufschwung dauerte indes nicht an und kehrte sich Anfang des 19. Jahrhunderts um. Bis zum Zweiten Weltkrieg nahm die Bevölkerung aufgrund eines frühzeitigen Rückgangs der Geburtenzahl nur sehr wenig zu.
Die Bevölkerung Frankreichs stieg in der Zeit zwischen 1800 und 1940 lediglich von 30 Millionen Einwohner auf 41 Millionen Einwohner. Hätte sich die Bevölkerung Frankreichs wie die deutsche vervierfacht, so hätten 1940 bereits 120 Millionen Franzosen zwischen Atlantik und Alpen leben müssen.
Eine „Aufholjagd“ startete das Land in den Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wuchs die Zahl der Franzosen um 44 Prozent bzw. 18 Millionen – eine größere Steigerung als in den anderen Ländern der Europäischen Union. Einen besonders starken Zuwachs verzeichnete man in den Baby-Boom-Jahren zwischen 1946 und 1973, als die durchschnittliche Geburtenzahl zwischen 2,3 und 2,9 Kindern pro Frau schwankte. Begleitet wurde die Phase des Baby-Booms durch einen stetigen Rückgang der Sterblichkeit. Besonders die Kindersterblichkeit konnte durch verbesserte medizinische Versorgung von 52 Promille im Jahre 1950 auf fünf Promille deutlich reduziert werden. Neben Baby-Boom und verbesserter medizinischer Versorgung unterstützte besonders die Einwanderung den Bevölkerungszuwachs. Rund ein Viertel des Zuwachses lässt sich auf dieses Phänomen zurückführen.
Aktuelle Entwicklung
Die aktuelle Entwicklung in Frankreich ist etwas positiver als in den meisten anderen europäischen Ländern, die teilweise mit einer Stagnation in der Bevölkerungsentwicklung zu kämpfen haben. In Frankreich wächst die Bevölkerung zur Zeit (Zahlen für 2019) mit einer natürlichen Wachstumsrate von 2,1 Promille (Geburtenrate: 11,2 Promille, Sterblichkeitsrate: 9,1 Promille – 2019).
Langfristig dürfte sich auch in Frankreich wie in anderen Ländern Europas ein Nullwachstum einstellen. Derzeit liegt die Geburtenrate bei 1,88 Kindern pro Frau – insgesamt wurden 2017 767.000 Babys pro Jahr geboren.
Parallel zum Geburtenrückgang verzeichnet Frankreich einen weiteren Anstieg der Lebenserwartung, der zu einer Überalterung der Gesellschaft führen wird. Gegenwärtig beträgt diese rund 79,8 Jahre für Männer und 85,7 Jahre für Frauen.
Da die derzeitige Einwanderung den Bevölkerungsmangel nicht ausgleicht und die Politik auf absehbare Zeit wohl keine neue Einwanderungswelle provozieren möchte, ist davon auszugehen, daß die Einwohnerzahl Frankreichs in Zukunft abnehmen wird.
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