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Das Collège

Nach der Grundschule wechseln die Schüler auf das Collège. Das Collège gehört zur Pflichtschulausbildung und ist in zwei Stufen unterteilt. Während in Deutschland die Schüler zuerst die Orientierungsstufe besuchen, um dann in die Mittelstufe zu wechseln, kommen die Kinder in Frankreich zuerst zwei Jahre lang in eine Beobachtungsstufe (cycle d’observation) und danach für zwei Jahre in die Orientierungsstufe (cycle d’orientation).

Im letzten Jahr der Orientierungsstufe entscheidet sich, ob der Schüler auf die dreijährige Oberstufe (lycée) geht oder eine zweijährige Ausbildung an einem berufsbildenden Gymnasium (lycée d’enseignement professionnel) verfolgt.

Im Gegensatz zum deutschen Schulsystem werden in Frankreich die Schulklassen in umgekehrter Reihenfolge benannt. Das Collège beginnt in der sechsten Klasse (6ème) mit der Eingewöhnungsphase (cycle d’adaptation) und setzt sich mit der Zwischenstufe (cycle intermédiaire) in der cinquième fort. In der Orientierungsstufe (cycle d’orientation), der quatrième und troisième, sollen die Schüler bereits weit mit dem Lernprozeß fortgeschritten sein.

  1. Klasse in Deutschland -> sixième (6.) in Frankreich
  2. Klasse in Deutschland -> cinquième (5.) in Frankreich
  3. Klasse in Deutschland -> quatrième (4.) in Frankreich
  4. Klasse in Deutschland -> troisième (3.) in Frankreich

Jedes Schuljahr wird in Trimester eingeteilt.

Auf dem Collège findet, trotz aller Liberalisierung in den vergangenen Jahrzehnten, eine starke Selektion und Elitenförderung statt. Vor allem in der Orientierungsstufe werden die als begabt geltenden Schülern ausgewählt.

Ein weiteres Merkmal des französischen Gesamtschulwesens ist die ungleiche Ausstattung von Collèges in Paris und in der Provinz mit Lehrern. In der Hauptstadt unterrichtet an den bekannteren Collèges ein wesentlich höherer Anteil an gut ausgebildeten Gymnasiallehrern, auf den die Gesamtschulen der Provinz nur in seltenen Fällen zurückgreifen können.

Lehrinhalte und Schulabschluss

Die Aufgabe des Collège ist eine erweiterte Grundlagenvermittlung für alle Schüler. Zu den Lehrbereichen zählen neben den üblichen Kernfächern (Mathe, Französisch etc.) auch die Naturwissenschaften, Geschichte, Geographie, Sprachen, Kunst, Sport und Musik. In der letzten Phase der Ausbildung am Collège, der Orientierungsstufe, wird von den Schülern der sichere Umgang mit komplexen Themen verlangt. Die Abschlußprüfung am Collège findet am Ende der troisième statt. Der Schüler erhält nach einer Prüfung in drei Fächern (Französisch, Mathe und Geschichte/Geographie) und unter Berücksichtigung der bisherigen Noten (4ème und 3ème) das brevet des collèges.

Beim Wechsel vom Collège in die Oberstufe haben die Schüler eine Wahlmöglichkeit (option). Diese Wahl hilft dem Schüler, sich für den späteren Abiturtyp zu entscheiden. Nur bestimmte Abiturtypen ermöglichen später einen Zugang zu den Vorbereitungsklassen (classes préparatoires) der Grandes Ecoles.

Nach dem Collège

Im letzten Trimester auf dem Collège besuchen alle Schüler einen Orientierungsberater, der eine Empfehlung über den weiteren Werdegang des Schülers abgibt. Gegen diese Empfehlung können die Eltern beim Schulleiter intervenieren und eine Offenlegung der Gründe für die jeweilige Entscheidung verlangen. Sind sie auch mit seiner Entscheidung nicht einverstanden, folgt eine Beratung im Lehrerausschuß. Grundsätzlich gilt, daß die Eltern darüber entscheiden, welchen weiteren Bildungsweg ihre Kinder einschlagen.

Zur Auswahl stehen:

  • Allgemeinbildendes und technisches Gymnasium (Lycée d’enseignement général et technologique)
  • Berufsbildendes Gymnasium (Lycée professionnel)
  • Beendung der Schullaufbahn und Erlernen eines Berufes

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