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Ecole Maternelle

In Frankreich können Kinder frühestens ab dem zweiten Lebensjahr in die Ecole Maternelle aufgenommen werden. Die Ecole maternelle verbindet Elemente des Kindergartens mit dem Prinzip der Vorschule. Sie gehört, im Gegensatz zu deutschen Kindergärten, zum regulären Schulsystem und ist kostenlos. Die große Mehrheit der Kindergärten wird von der öffentlichen Hand betrieben.

Für Kinder unter zwei Jahren und Babys sind Kinderkrippen (crèche) je nach Region weit verbreitet. Besonders in den Großstädten und in der Hauptstadt genügt aber die Anzahl der Krippen nicht, um die große Nachrfrage zu decken.

Seit der September 2019 ist der Besuch der Ecole Maternelle für alle Kinder ab drei Jahren verpflichtend. Doch schon vor dieser Entscheidung der Regierung von Präsident Macron haben fast 100 Prozent aller Drei- bis Fünfjährigen die Maternelle besucht. Die Kinder werden in der Regel in drei Gruppen (Petite Section, Moyenne Section, Grande Section) entsprechend ihres Alters und Leistungsvermögens aufgeteilt.
In den Kindergärten wird großer Wert auf eine Vorschulerziehung gelegt, die die Kinder spielerisch auf die Schule vorbereiten soll. Grundregeln des menschlichen Konfliktverhaltens werden ebenfalls vermittelt. Alle Kindergärtnerinnen sind gleichzeitig ausgebildete Lehrerinnen.

Die Einschulung in die Ecole Maternelle ist mit der Vollendung des dritten Lebensjahres üblich. Im Kindergarten und in der Vorschule wird fünf Tage in der Woche in zwei Blöcken à drei Stunden „unterrichtet“. Nach drei Vormittagsstunden gibt die Mittagspause entweder die Gelegenheit, zu Hause zu essen oder in der Schule verpflegt zu werden. Nach dem Mittagessen ist für alle Kinder ein Nickerchen (sieste) obligatorisch. Erreichen die Kinder das sechste Lebensjahr, werden sie auf eine Grundschule (école élémentaire oder école primaire) umgeschult. Dieser Schultypus wird in Frankreich fünf Jahre lang besucht.

Geschichte des Kindergartens in Frankreich

Die ersten Vorfahren der heutigen französischen Kindergärten datieren auf das Jahr 1711. In den damals als „Strickschulen“ (école à tricoter) bezeichneten Einrichtungen wurden den Kindern hauptsächlich handwerkliche Fertigkeiten beigebracht. Neben diesem Schwerpunkt gab es aber auch erste Ansätze, dem Nachwuchs Lesen und Schreiben beizubringen.

Die ersten Tagesstätten für Kinder (salles d’asile) entstanden kurz vor der Französischen Revolution in Paris. Der erzieherische Schwerpunkt verlagerte sich in diesen Einrichtungen von der Handarbeit hin zur Vermittlung christlicher Werte. Das Kind sollte hier in seinen Talenten gefördert und moralisch und physisch gestärkt werden. Die Vermittlung der Schrift begann nun einen immer größeren Raum in der vorschulischen Erziehung einzunehmen.

Kurz nachdem der damalige Erziehungsminister Jules Ferry 1881 das staatliche Schulwesen eingeführt hatte, wurden auch die ersten Kindergärten nach heutigem Vorbild (1887) gegründet.
Noch bis in die 1970er Jahre war es ausschließlich weiblichen Erzieherinnen vorbehalten, an den Kindergärten Dienst zu tun.

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