In Frankreich muss Otto von Bismarck schon lange als Synonym für den „bösen Deutschen“ herhalten. „Bismarckhering – deutsches Gift“ hat der Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon vor einigen Jahren ein Pamphlet über Deutschland genannt. Aber auch in der Heimat des ersten Reichskanzlers wächst, 125 Jahre nach seinem Tod, die Distanz zu dem Staatsmann, der das 19. Jahrhundert maßgeblich geprägt hat. Das von Bismarck gegründete Auswärtige Amt hat gerade erst einen Sitzungssaal, der seinem Namen getragen hat, umbenannt.
https://open.spotify.com/episode/3kDXjuWq57I7zqKPwVHrqr
Gast:
Ulrich Lappenküper ist Historiker und Geschäftsführer der bundeseigenen Otto-von-Bismarck-Stiftung. Der Experte für deutsch-französische Beziehungen hat 2019 eine ausführliche Studie über das Verhältnis Bismarck und Frankreich veröffentlicht.
(Ulrich Lappenküper: Bismarck und Frankreich 1815 bis 1898. Chancen zur Bildung einer „ganz unwiderstehlichen Macht“?, Ferdinand Schöningh, Stuttgart 2019, 677 Seiten)
Wissenschaftliche Beratung: Landry Charrier vom Sirice – Sorbonne
Diese Podcast-Ausgabe ist mit freundlicher Unterstützung des Deutsch-Französischen Bürgerfonds und vom Gustav-Stresemann-Institut in Bonn entstanden.
