Deutlich früher als in Deutschland haben die Folgen des Gaza-Krieges die Universitäten in Frankreich erreicht. Die renommierten Sciences Po-Hochschulen im ganzen Land wurden schon vor Wochen besetzt, die Sorbonne ebenfalls. Der Konflikt wirft ein Schlaglicht auf eine seit vielen Jahren zu beobachtende Radikalisierung in Lehre und Forschung in Frankreich.
Der Germanist Klaus Kinzler lehrte fast ein Vierteljahrhundert an der Elitehochschule Sciences Po Grenoble deutsche Sprache und Kultur. Vor drei Jahren löste eine Kontroverse um den Wissenschaftler eine Debatte über Cancel Culture in der französischen Wissenschaft aus. Der Deutsch-Franzose protestierte damals gegen die Verwendung des Begriffes „Islamophobie“ in einem Atemzug mit Antisemitismus und Rassismus – und wurde zur Zielscheibe vornehmlich extrem linker Studentengruppen.
Über seine Erfahrungen in dieser Zeit, in der er zwischenzeitlich unter Polizeischutz stand, hat Kinzler das Buch „L’islamogauchisme ne m’a pas tué“ geschrieben.
Wissenschaftliche Begleitung: Landry Charrier vom Sirice – Sorbonne
Der Franko-viel-Podcast entsteht mit freundlicher Unterstützung des Deutsch-Französischen Bürgerfonds und des Gustav-Stresemann-Instituts in Bonn.
