Europa kann sich nur gemeinsam verteidigen. Das sagt René Pleven schon 1950. Aus dem Schock des Koreakriegs entsteht die Idee einer europäischen Armee: die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG). Doch obwohl der Vertrag 1952 unterschrieben ist, scheitert das Projekt 1954 im französischen Parlament – per Verfahrenstrick. In Folge 97 von Franko-viel ordnen wir Aufstieg, Idee und Scheitern der EVG ein: von Plevens Londoner Exil und seiner Nähe zu Jean Monnet bis zu Artikel 38 und der verpassten Europäischen Politischen Gemeinschaft. Gast ist der Historiker Prof. Dr. Wilfried Loth (Universität Duisburg-Essen).
(Coverfoto: Imago)
Thema: René Pleven, EVG und die Frage, warum Europa 1950/54 fast eine gemeinsame Verteidigung und vielleicht sogar eine Politische Union bekommen hätte.
In dieser Folge:
- Warum der Koreakrieg in Europa Panik auslöst – und wie daraus die EVG-Idee entsteht
- René Pleven: Manager, Exilpolitiker, Monnet-Vertrauter – und „Pragmatiker der Vernetzung“
- Der Pleven-Plan 1950: deutsche Soldaten ja, deutsche Armee nein
- Wie aus dem Plan ein Vertrag wird – und warum die EVG am Ende ein „Zwitterwesen“ bleibt (EU vs. NATO / Einstimmigkeit)
- Artikel 38 und die Europäische Politische Gemeinschaft: das kurze Fenster Richtung Bundesstaat
- August 1954: Scheitern ohne Abstimmung – die „question préalable“
- Was die EVG für heute bedeutet: Mehrheitsentscheidungen, „Vertrag der Willigen“, strategische Autonomie
Gast: Prof. Dr. Wilfried Loth (Historiker, bis zur Emeritierung Universität Duisburg-Essen)
Von Wilfried Loth ist zuletzt erschienen: Europas Einigung – Eine unvollendete Geschichte bei Campus.
Dieses Podcast-Projekt ist mit freundlicher Unterstützung des Deutsch-Französischen Bürgerfonds und der Gustav-Stresemann-Stiftung in Bonn entstanden.
Anregungen und Kritik zur Podcast-Serie: podcast[at]franko-viel.de
📌 Franko-viel-Podcast live (Folge 100): 25. Februar 2026, im Gustav-Stresemann-Institut,
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